Die Werkstatt

Die vielfältigen fachlichen und ins besondere technischen Aufgabenstellungen innerhalb eines Segelflugvereins bringen es mit sich, daß manch einer, der anfangs "nicht einmal einen Nagel in die Wand schlagen konnte" nach einigen "Lehrjahren" in unserem Verein über fundierte organisatorische und technische Kenntnisse und umfangreiche handwerkliche Fertigkeiten verfügt. So kommt es, daß viele, die als Jugendliche bei uns begonnen haben, in ihrer persönlichen oder beruflichen Entwicklungvon dieser Grundausbildung profitieren konnten.

Neben der fliegerischen Betätigung in der Flugsaison bildet daher die gemeinsame Werkstattarbeit in den Wintermonaten einen zweiten Schwerpunkt des Vereinsgeschehens. Sie dient dazu, in Eigenleistung alle notwendigen Wartungen, Kontrollen, Grundüberholungen und Reparaturen an allen Flugzeugen, Gebäuden, Fahrzeugen usw. durchzuführen.




Hierzu ist unsere Vereinswerkstatt als Teil des Luftfahrttechnischen Betriebes II-B 12 vom Luftfahrtbundesamt zugelassen.

Diese behördliche Zulassung erlaubt es uns, unter Anleitung unserer lizensierten Werkstattleiter, alle Arbeiten an Luftfahrzeugen durch zu führen und zwar sowohl in der klassischen Holz- und Gemischtbauweise wie auch in modernster Faserverbundtechnologie, also der Kunststoffbauweise. Dabei stehen die Werkstattleiter in ständigem Kontakt mit der Prüfleitung und dem Luftfahrtbundesamt und erhalten somit ständig die aktuellsten technischen Informationen aus der Luftfahrt.

Dieses hohe technische Niveau hat in der Vergangenheit dazu geführt, daß manch eine technische Neuerung oder Verbesserung ihre Wurzel in der Arbeit eines Segelflugvereins hat. Auch in diesem Bereich hat die Luftsportgemeinschaft Hilden-Haan ihre Erfolge vorzuweisen. Dazu zählen

  • die Entwicklung strömungsgünstiger und wartungsfreundlicher Rumpfformen für ASK 13, Ka-8 und Ka-6e
  • die Entwicklung einer Startwindenkonstruktion mit verbrauchsgünstigem Dieselmotor und einer zuverlässigen pneumatischen Steuerung
  • ein Geschwindigkeitsmeßsystem für den Windenstart TelWIS, das einen entscheidenden Fortschritt für die Sicherheit des Flugbetriebes darstellt
  • Diese Entwicklungen sind von einer Reihe von Luftsportvereinen übernommen worden und werden heute dort mit Erfolg eingesetzt.

Man kann sich vorstellen, daß neben der Luftfahrttechnik noch eine Reihe weiterer Aufgaben für uns zu bewältigen sind. Dabei erstreckt sich der engagierte Einsatz von Eigenleistungen unserer Mitglieder auch auf alle anderen Bereiche. Hier durch können wir die hohen Kosten, die bei einer Vergabe der Arbeiten an gewerbliche Betriebe entstehen würden, vermindern oder zum Teil ganz vermeiden und erwerben stets das fachliche know how, das wir an unsere jüngeren Mitglieder weiter vermitteln können. Auf diese Weise sind auch große Projekte wie die komplette Grund überholung eines Flugzeuges, der Bau eines Anhängers oder der Startwinde und der Bau der Unterstellhalle unter Einsatz zahlreicher Arbeitsstunden erfolgreich und kostengünstig vollzogen worden.

Die Bilder, die Sie auf dieser Seite sehen können, zeigen eine Ka-8 in der Grundüberholung. Solche sehr zeitaufwändigen Arbeiten, die viel Handwerkliches Geschick erfordern, werden bei uns in guter Tradition nach wie vor selbst vorgenommen, zuletzt an unserer ASK-13. Das '65-Projekt' erstreckte sich vom Winter 1999 bis zum Sommer 2002 und wurde neben der regulären Werkstattarbeit an den restlichen Vereinsflugzeugen durchgeführt. Die D-5665 wurde Anfang der 60er Jahre von drei Vereinsmitgliedern im Eigenbau erstellt und weist zahlreiche Modifikationen auf. Durch den strömungsgünstigen Rumpf und den verbessertes Flügelprofil verfügt es neben verbesserten Flugleistungen auch über angenehmere Flugeigenschaften als die Serienversion. Mit diesem Flugzeugmuster sammeln heute noch unsere Flugschüler ihre ersten Erfahrungen zur Vorbereitung auf den Luftfahrerschein. Daher wundert es auch nicht, daß gerade unsere Jugendgruppe mit besonderem Elan an den Arbeiten mitwirkt, da sie neben der derzeit im Einsatz befindlichen normalen Ka-8 gern auch über die "Super- Ka 8"verfügen möchten.

Die Kosten dieser Arbeiten bei Auftragsvergabe an einen gewerblichen Betrieb würden im Verhältnis zu Wert oder Einsatzzweck dieses Flugzeuges außerhalb jeder vernünftigen Relation stehen. Wir sehen hierin aber den Vorteil, unsere jugendlichen Flugschüler in besonderer Weise mit der Technik vertraut zu machen, ihn enden Wert einer sozialen Gemeinschaft zu vermitteln und hoffen, daß ihr Gesellenstück bei zügigem Fortgang der Arbeiten im Laufe der kommenden Flugsaison zum Einsatz kommen wird.

Sponsored by